Die gelbe Postkiste hat - offiziell natürlich zum Leidwesen der Post - längst Einzug gehalten in den Kellern, Garagen, Werkstätten, Gartenhäuschen etc. und wird genutzt von einer Vielzahl von Schraubern, Heimwerkern, Sammlern und Menschen mit anderen Beweggründen der Zweckentfremdung dieses innovativen Kleinladungsträgers.
Obwohl es eigentlich Diebstahl ist, nahm diese Form der "Nutzung" der Postkisten immer weiter zu - offensichtlich eingestuft als Kavaliersdelikt. Das beiliegende Foto zeigt den Einsatz im
Kaninchenstall. Vielleicht hat die DP AG dieses Phänomen nicht stärker verfolgt, weil sie damit längst auch die Gesellschaft tief durchdrungen hat und damit ihren Kunden einen - geduldeten -
Dauermehrwert bieten konnte und sich mit Sanktionen nur "unbeliebt" gemacht hätte...Eine Art großzügige Geste des Monopolisten und vollumfänglichen Dienstleisters.
Doch diese Zeiten sind vorbei. Die Zeiten des Monopolisten einerseits aber auch die Zeit des Selbstbewusstseins und des Großmuts. Warum nicht als Marktführer den Postkasten "erfinden", platzieren
und natürlich auch den Wettbewerbern zur Verfügung stellen? Dafür gäbe es doch sowohl finanzielle als auch flankierende Maßnahmen im Marketing, die nicht unerwähnt liessen, wem der Kasten
eigentlich gehört und wer den Wettbewerb aktiv und großzügig zulässt. Alle sprechen von Vernetzung, von horizontalen und vertikalen Kooperationen, von City-Logistik und Branchenbündelungen, vom
Lastenfahrrad und von der Supply Chain, die nur Unternehmensübergreifend funktioniert und und und...
Und was macht der weltgrößte Logistiker: Beharrt auf der letzten Meile auf "seinem eigenen Kasten". Klingt wie im Kindergarten... Der Kunde wird es bezahlen und außerdem die Umwelt. Und die Kaninchen werden wohl auch nicht "in gelb" wohnen... Aber was macht das schon.
Viel Spaß mit Jamaica vor dem Haus, Ihr Christian Schober

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