Was wir aktuell in Logistikprojekten sehen

Meme mit Albert Einstein: Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und zu hoffen, dass sich etwa ändert
Bild: Christian Schober, Bahnhof Schwarzenberg, 2016

Ein Beitrag von Christian Schober

 

Klar gibt es branchenbedingte Unterschiede und einige Ausnahmen, aber in den meisten Fällen unserer Projekte sehen wir:

‼️ Verschwendung von Kapazität: also bspw. schlecht bewirtschaftete Lagerflächen. Entweder verbraucht die Logistik dadurch zu viel Platz oder die eigentlich notwendige Kapazität für beispielsweise Beschaffung oder Fertigware fehlt. 

‼️ Hohe externe Transportkosten: Eingekaufte Touren zu Pauschalpreisen sind nicht mehr voll ausgelastet, hier wird also für „Luft“ bezahlt. Nicht automatisch sind die Frachtraten zu hoch, sondern häufig die Lieferintervalle zu häufig und die Ladeeinheiten nicht voll!

‼️ Hohe Fixkosten ohne Atmungsfähigkeit in der Produktionslogistik: Trotz weniger Durchsatz in Montage und Produktion, Stillstand von Linien oder Reduzierung von Schichten bleiben die Fixkosten bei abnehmender Produktionsmenge hoch! Auch hier gibt es Branchen, die davon weniger betroffen sind, viele jedoch schon.

‼️ In der Intra-Logistik ist auch häufiger zu erkennen, dass die Logistik zwar optimiert ist bzw. mit der Auftragslast atmet, in der Produktion aber eine zweite, versteckte Logistikeinheit enthalten ist, die die Produktivität der Fertigung und der Montagearbeiter*innen reduziert. Zum Teil eigene Staplerflotten, eigene Nachschubprozesse und Subbestände in Supermärkten führen zu einer Kostenbelastung und Produktivitätsminderung in der Produktion.

‼️ Zu allem kommt hinzu, dass Bestände von Vorprodukten, Halbfertigwaren und Rohmaterial nach wie vor oft intransparent sind. Zu viele Personenkreise im Unternehmen, zu viele verschiedene Abteilungen bestellen im Eigenleben am Einkauf vorbei. Auch dieser bestellt nach wie vor zu oft nach Gefühl oder Erfahrungswerten. Das macht Prognosen schwierig, und Single Sourcing ist trotz den Erfahrungen zum Beispiel aus Corona nach wie vor eine häufig vorzufindende Einkaufsstrategie.

Die gute Nachricht:

Dies alles führt dazu, dass es nach wie vor erhebliche Potenziale gibt. Die Logistik bietet also Kostenreduzierungsmöglichkeiten – auch in einer etwaigen Unternehmenskrise. 

Wachsen Unternehmen, ist die Logistikoptimierung oft für das Schaffen von Kapazität notwendig. In der Krise jedoch müssen Logistikprozesse verbessert werden, um die Kosten im Zaum zu halten.

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