Verlader oft mit den Ergebnissen ihrer Outsourcing Projekte nicht zufrieden

Ein Beitrag von Christian Schober

 

Unzufrieden sind die Kunden der Logistikdienstleister gemäß einer aktuellen Untersuchung offenbar deshalb, weil ihre Erwartungen nicht erfüllt werden: Die künftigen Kosten sollen unterhalb der (eigenen) Ist-Kosten liegen, dabei soll die Logistikqualität permanent zunehmen. Und all das, ohne sich noch groß darum kümmern zu müssen. 


Räumen wir zunächst mit dem letztgenannten Problem auf: 

Niemals würde ich einem Kunden empfehlen, die Steuerung der eigenen Logistik, die Hoheit über Prozesse und IT ebenfalls mit outzusourcen! Natürlich entwickelt ein guter Logistikdienstleister mit dem Kunden gemeinsam dessen Logistik weiter. Aber er trägt nicht die Verantwortung dafür, sondern ist und bleibt „nur“ Dienstleistungspartner des Kunden – aber natürlich auf Augenhöhe.

Also vereinfacht: nur operative Logistik geht raus, Steuerung, Prozessdesign, Entwicklung und Strategie jedoch bleiben!

Dieser Weg verhindert im Übrigen auch die so oft erlebte und oft von Kunden befürchtete Abhängigkeit vom Logistikdienstleister. Kunden, die vorgeben, was der Dienstleister tut, gemeinsam vereinbaren wie er es tun soll, den Dienstleister eng nach Vorgaben führen und „ihre Prozesse“ (nach wie vor) kennen, werden nicht abhängig! Vielmehr können sie so die Logistik jederzeit neu ausschreiben oder auch wieder insourcen, wenn die Ziele und der Aufwand dafür stehen.

Nochmal zurück zum Anfang: 


Wenn es um Erwartungen geht, die nicht erfüllt werden, geht es eigentlich immer um das Gleiche: um Kommunikation, also miteinander sprechen.

Meine (leicht überspitzt formulierte) Erfahrung ist folgende: Zu oft treffen Kunden, die ihre Ist-Prozesse nicht vollumfänglich kennen und über die Ziel-Prozesse nur eine unvollständige Vorstellung haben auf Dienstleister, die nur ihre eigenen Produkte und Services anbieten, in der Annahme, dass das das Beste für den Kunden wäre. Wird auf dieser Basis ein Leistungsverzeichnis erstellt und dieses dann Teil einer Ausschreibung wird es niemals eine für beide Seiten langfristig zufriedenstellende und gar wirtschaftlich erfolgreiche Zusammenarbeit geben!


Welche konkreten Tipps kann ich Ihnen, dem Leser, geben, damit es bei Ihnen anders wird? 

Ich habe drei Stück für Sie – sie sind das Ergebnis meiner mehr als 35 Jahre Erfahrung in diesem Thema:

1.  Nehmen Sie sich Zeit für die Projektvorbereitung: 

Ist-Aufnahme: Wie machen wir es heute? Potentiale: Was wollen wir beibehalten, was wollen wir verändern? Ziel: Was wollen wir mit dem Outsourcing erreichen? Welche Rolle wollen wir in Zukunft noch haben? Was erwarten wir konkret vom Dienstleister? Wie messen wir? Und: wo stehen unsere IT und unsere Digitalisierung heute und wo wollen wir hin? Wie hoch sind - ehrlich - unsere eigenen heutigen und künftiges Kosten! Planen Sie für diese Phase – natürlich abhängig von der Unternehmensgröße – gut und gerne 3-6 Monate ein!

Und: Outsourcing der Logistik ist KEIN Logistikprojekt, es ist ein Unternehmensprojekt!

2. Wählen Sie für die Endrunde Dienstleister aus, die ein ausreichend großes, erfahrenes  Projektteam für alle betroffenen Bereiche haben, 

also bspw. IT, Prozesse, HR, Facility/Technik, Umzug, Finance/Controlling und außerdem die Zeit und die Bereitschaft haben, mit Ihnen ALLE Prozesse solange zu besprechen (und immer wieder) bis nichts mehr offen ist und über alles Einigkeit erzielt wurde. 

Denn: alles muss auf den Tisch, auch Ihre dunklen Ecken und Unschärfen. Gehen Sie offen mit Mängeln in der aktuellen Abwicklung um. Was Sie nicht einbringen, kann nicht in ein Anforderungsprofil Eingang finden! Und wird auch später nicht gelöst. Die unausgesprochenen Dinge und die nicht offen gelegten Probleme werden Sie vielmehr um den Outsourcing-Erfolg bringen.

3. Wenn es einen Bereich gibt, wo Sie ohne einen externen Dritten nicht performen, dann ist das beim Outsourcing. 

Weder Sie als Kunde, noch der Logistikdienstleister oder deren unternehmensnahe Dienstleister sind so uneingeschränkt neutral, objektiv und ehrlich (zu sich selbst), wie es Ihre Logistik erfordern wird! Das ist nur menschlich!

Ein neutraler Logistikexperte oder Expertin, mit moderierenden Fähigkeiten, wird nicht nur beide Seiten im wahrsten Sinne des Wortes verbinden, sondern auch die anderen Beteiligten (Stakeholder, Architekten, Arbeitnehmervertreter, RAe etc.) koordinieren und einbinden. Diese Person wird alles nur durch die Brille der Logistik sehen, die Menschen ins Boot holen, ist außerdem ein Garant, dass an Alles gedacht wird, die Ziele für alle erreicht werden und dass alle Beteiligten ausreichend oft in guter Stimmung zu Wort kommen und sich einbringen können! 

Bei Ihrem Outsourcing Projekt wünsche ich Ihnen viel Erfolg – und gestalten Sie es nicht alleine! Denn wie oft im Berufsleben macht man so etwas schon…


Viele Grüße aus Germering, Christian Schober 

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