
Die Logistik wird oft negativ wahrgenommen:
Mal ist Sie "böse", wenn Flächen für Logistikzentren bebaut werden, mal umweltschädlich wenn LKW um LKW im Stau stehen und mal
lästig, wenn in der zweiten Reihe in der Innenstadt gehalten wird. Sie kostet aber auch viel Geld (Straßen, Brücken), bezahlt die Leute schlecht
(Fahrer), umgeht die Sozialvorschriften (Auslandsniederlassungen), belastet die Straße und nutzt nicht die Schiene. Dazu kommen schmutzige
Containerriesen, die das Meer verpesten und vieles, vieles mehr.
Dass ohne die - oft verteufelte - Globalisierung, den dadurch entstehenden Handel und die Logistik, die diese Handelsströme bereitstellt, der erreichte Wohlstand nicht möglich wäre ist eine Erkenntnis, die oft erzählt und erklärt, aber von vielen nicht gehört wird.
Oft herrscht in der Öffentlichkeit - meiner Meinung nach - eine Haltung, die den Logistikern "die Schuld" dafür gibt, dass sie tun, was sie tun. Die Rolle, die jeder einzelne von uns in der Logistikkette hat, nämlich einerseits Kunde und Auftraggeber zu sein, andererseits aber auch Nutznießer von Logistikdienstleistungen, scheint den Wenigsten überhaupt klar zu sein. Wahrscheinlich liegt das daran, dass die Waren, Güter und die Services drum herum einfach vorhanden sind, selbstverständlich und immer verfügbar.
Nicht einmal Weihnachten alleine hat in der Vergangenheit ausgereicht, um die Bedeutung der Logistik zu erkennen, obwohl die Geschenke zunehmend online bestellt wurden und der Paketbote ja sichtbar vor der Haustüre stand - angekündigt per App!
Aber Weihnachten in Kombination mit einer Pandemie: das schafft nun offenbar Bewusstsein für Logistik: Schiffe, die nicht in Asien abfahren, Waren, die man nicht kaufen kann, Produktionsbetriebe, die kurz arbeiten lassen, weil die Vorlieferanten nicht liefern können. Flugzeuge, die nicht nicht fliegen, Airlines und Flughäfen, die das nicht überstehen werden.
Die Lust am Onlinekauf nimmt zu, ist manchmal aber auch die einzige Möglichkeit: Essen, Kleidung oder aber einfach nur um Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Und manchmal hängt sogar das Toilettenpapier von der Logistik ab. Wichtiger aber ist: nicht zuletzt haben wir etwas Neues gelernt (wenn es dem Fachmann nicht vorher schon klar war): Die Impfung eines ganzen Volkes ist ohne eine herausragende Logistik vom Hersteller bis zum Tisch des Behandelnden im Impfzentrum nicht möglich.
Auf die Logistik kommt es also an. Sie wird - wie alle Dienstleistungen - von Menschen gemacht! Zu Erkennen, dass diese Menschen etwas Wichtiges tun, was unsere Gesellschaft braucht und gerne und oft nutzt: das wäre eine gute Sache zu Weihnachten und ein erster Schritt für diejenigen, die nur das Negative sehen und meinen, Sie hätten mit all dem nichts zu tun.
In diesem Sinne: Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Christian Schober

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