Christian Schober über IT-Sicherheit und Geschäftsgeheimnisse

Wie viel wird über dieses Thema geschrieben! Häufige Datensicherung, Firewalls, immer aktueller Virenschutz, Hackerangriffe, Phishing-Nachrichten, Notebooks für den Außendienst – am besten ohne online Zugriff auf die Firmendatenbank, private Nutzung dieser Geräte, Unsicherheiten bei Mobiltelefonen und Messenger-Diensten. Ein weites Feld – scheinbar technisch lösbar, oder?

 

Nein! Das ist die Antwort. Denn jegliche technische Unterstützung für die Mitarbeiter, jegliche Prozessbeschreibung, Arbeitsanweisung, Verhaltenskodex usw. ist vollkommen sinnlos, wenn das beste Standardtool über das man verfügen kann, nicht eingesetzt wird: Der gesunde Menschenverstand. Er ist offenbar nicht mehr so weit verbreitet, wie man meint, dass es schon einmal der Fall war.

 

Was ich damit meine? Es geht um die immer lesenden oder arbeitenden Mitmenschen, die bei jeder Gelegenheit (auch im Flugzeug, beim Warten am Gate, im Shuttle-Bus, im Zug etc.) ihr Notebook aufklappen und loslegen. Auf meinen letzten Geschäftsreisen konnten ich – und mehrere Mitreisende – intensive Einblicke gewinnen bspw. in den Rechtstreit zwischen zwei Herstellern von Haushaltsgeräten (die jeder kennt) in Sachen Patentrecht und Sicherung von Namensrechten. Dann: Verkaufsrechnungen eines sehr bekannten Technologie-Unternehmens an seine Kunden – mit genauer Produktbeschreibung und Preis (inkl. Rabatt) und Sichtbarkeit des Kunden. Das Unternehmen behauptet auf der Website auch noch ein Spezialist für Sicherheit im Netz zu sein!

 

Und – auch schön – neue Fixgehälter und die Berechnung der künftigen variablen Gehaltsanteile für die Außendienstmitarbeiter dieses Unternehmens – auch mit Namen und alles was man so wissen möchte als neugieriger Mitreisender. Und letzten Donnerstag: Kostenrechnung eines Klinikbetreibers. Nur die Zahlen waren klein geschrieben – hätte ich daneben gesessen - statt versetzt - wüsste ich jetzt wieder mehr. Aber ich weiß immerhin, dass 2016 seeehr erfolgreich war – denn es stand groß in der Präsentation!

 

Fazit: Wo Menschen mit den Ihnen übertragenen Geschäftsgeheimnissen nicht sorgsam, sondern fahrlässig umgehen, nützt auch die beste Technik nichts!

 

 

Beste Grüße, Christian Schober